Inhaberausfallversicherung: Was Sie wissen müssen

Was passiert mit Ihrem Unternehmen, wenn Sie als Inhaber plötzlich ausfallen? Ein Unfall, eine schwere Krankheit oder ein längerer Klinikaufenthalt können Sie monatelang außer Gefecht setzen. Die Inhaberausfallversicherung springt genau dann ein: Sie ersetzt Ihr Einkommen und deckt die laufenden Betriebskosten, wenn Sie selbst nicht arbeiten können. Besonders wichtig ist diese Versicherung für alle Unternehmer, die das Herzstück ihres Betriebs sind – vom Handwerksmeister über Ärzte bis zu Einzelkämpfern im Dienstleistungsbereich. Denn ohne Sie läuft oft wenig bis gar nichts.

Das Wichtigste auf einen Blick

Was ist in der Key-Man-Versicherung versichert?

Die Inhaberausfallversicherung schützt Sie bei krankheits- oder unfallbedingter Arbeitsunfähigkeit. Hier die wichtigsten Leistungen:

  • Ihr Unternehmerlohn: Die Versicherung zahlt Ihnen ein vereinbartes Tagegeld, das Ihr fehlendes Einkommen ersetzt
  • Laufende Betriebskosten: Miete für Geschäftsräume, Leasingraten, Versicherungsbeiträge und andere fixe Kosten werden übernommen
  • Kosten für Vertretung: Wenn Sie eine Ersatzkraft einstellen müssen, zahlt die Versicherung diese Kosten – etwa für einen Vertreter oder externen Fachmann
  • Mehrkosten durch Wiederaufnahme: Nach Ihrer Genesung unterstützt die Versicherung bei Kosten für Neuakquise oder Marketingmaßnahmen
  • Beratungskosten: Honorare für Steuerberater oder Rechtsanwälte, die während Ihres Ausfalls wichtige Entscheidungen begleiten

Die Leistung beginnt meist nach einer vereinbarten Karenzzeit von 7 bis 90 Tagen und läuft dann für maximal 6 bis 12 Monate.

Was ist in der Keyperson-Versicherung NICHT versichert?

Hier sollten Sie genau hinschauen, um keine falschen Erwartungen zu haben:

  • Gewinnausfall oder entgangene Umsätze: Die Versicherung ersetzt nur konkrete Kosten und Ihr Gehalt, nicht den Gewinn, den Sie erwirtschaftet hätten
  • Geplante Operationen oder Kuren: Vorhersehbare Ausfälle sind in der Regel ausgeschlossen
  • Psychische Erkrankungen: Viele Tarife schließen Burnout, Depressionen oder andere psychische Leiden aus – hier lohnt sich ein Vergleich

Wer braucht eine personenbezogene Ertragsausfallversicherung?

Die Inhaberausfallversicherung ist besonders wichtig, wenn Sie der Motor Ihres Unternehmens sind:

  • Einzelunternehmer und Soloselbstständige: Architekt, Berater, Fotograf – wenn Sie nicht arbeiten, verdienen Sie nichts
  • Handwerksbetriebe: Elektriker, Schreiner, Maler – Ihr Know-how und Ihre Arbeitskraft sind unverzichtbar
  • Ärzte und Therapeuten: Zahnarzt, Physiotherapeut, Heilpraktiker – ohne Sie bleibt die Praxis geschlossen
  • Kleinbetriebe ohne Stellvertreter: Wenn niemand Ihre Aufgaben übernehmen kann und das Geschäft zum Stillstand kommt

Weniger relevant ist die Versicherung, wenn Sie mehrere gleichberechtigte Partner haben oder ein gut eingespieltes Team, das auch ohne Sie den Laden am Laufen hält.

Worauf sollten Sie bei einer Geschäftsführerausfallversicherung achten?

Bei der Auswahl der richtigen Inhaberausfallversicherung gibt es einige wichtige Punkte:

  • Karenzzeit passend wählen: Je kürzer die Wartezeit (7-30 Tage), desto teurer der Beitrag. Überlegen Sie, wie lange Sie ohne Einkommen überbrücken können
  • Ausreichende Versicherungssumme: Rechnen Sie realistisch: Ihr Unternehmerlohn + fixe Betriebskosten + mögliche Vertretungskosten pro Monat
  • Leistungsdauer: 6 Monate Leistung sind Standard, 12 Monate bieten mehr Sicherheit bei schweren Erkrankungen
  • Einschluss psychischer Erkrankungen: Gute Tarife decken auch Burnout und Depressionen ab –  das wird immer wichtiger

Praxisbeispiel: Schreinerei Weber aus Aschaffenburg

Michael Weber führt eine kleine Schreinerei mit zwei Gesellen. Als er sich beim Holztransport einen komplizierten Beinbruch zuzieht, fällt er drei Monate komplett aus. Die laufenden Kosten von 4.500 Euro pro Monat (Miete, Versicherungen, Leasingraten) liefen weiter, sein eigenes Gehalt von 3.000 Euro monatlich fehlte ebenfalls. Dank seiner Inhaberausfallversicherung erhielt er 7.500 Euro pro Monat ausgezahlt. Zusätzlich übernahm die Versicherung die Kosten für einen erfahrenen Schreiner aus der Nachbarstadt, der die wichtigsten Kundenaufträge fertigstellte. So konnte Michael die Ausfallzeit ohne finanzielle Existenzängste überstehen und seine Firma stand nach seiner Genesung auf festem Fundament.

Ihre maßgeschneiderte Inhaberausfallversicherung

Jedes Unternehmen ist anders – deshalb brauchen Sie eine Lösung, die zu Ihrer Situation passt. Wir analysieren gemeinsam Ihre betrieblichen Fixkosten, Ihr gewünschtes Tagegeld und Ihre persönliche Risikolage. In einem unverbindlichen Gespräch finden wir den Tarif, der Sie optimal absichert, ohne unnötige Kosten zu verursachen. Dabei bleiben wir transparent und erklären Ihnen jede Klausel verständlich. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin – ganz unkompliziert und natürlich kostenlos.

Häufige Fragen zum Inhaberausfallversicherung

Nein, die Inhaberausfallversicherung ist keine Pflichtversicherung. Sie ist eine freiwillige Absicherung für Unternehmer, die sich gegen die finanziellen Folgen eines eigenen Ausfalls schützen möchten. Je wichtiger Sie für den Betriebsablauf sind, desto sinnvoller ist diese Versicherung.

Der Beitrag hängt stark von der gewünschten Versicherungssumme, der Karenzzeit und Ihrer Branche ab. Als Faustregel können Sie mit 50 bis 150 Euro monatlich rechnen. Ein Handwerker mit 6.000 Euro Monatssumme und 30 Tagen Karenzzeit zahlt beispielsweise etwa 80 Euro pro Monat.

Der Schutz beginnt nach der vereinbarten Karenzzeit. Wenn Sie zum Beispiel 30 Tage Wartezeit gewählt haben, zahlt die Versicherung ab dem 31. Tag Ihrer Arbeitsunfähigkeit. Die Karenzzeit können Sie zwischen 7 und 90 Tagen frei wählen – je kürzer, desto höher der Beitrag.

Ja, die Beiträge zur Inhaberausfallversicherung können Sie in voller Höhe als Betriebsausgaben absetzen. Das mindert Ihren Gewinn und spart Steuern. Wichtig: Die Versicherungsleistungen im Schadensfall sind dann aber auch steuerpflichtig. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater über die beste Gestaltung.

Die Krankentagegeldversicherung zahlt nur Ihr persönliches Einkommen als Ersatz. Die Inhaberausfallversicherung geht weiter: Sie deckt zusätzlich die laufenden Betriebskosten und Vertretungskosten ab. Für Unternehmer mit fixen Verpflichtungen ist die Inhaberausfallversicherung deshalb meist die bessere Wahl.

Die meisten Versicherer akzeptieren Neuanträge bis zum Alter von 60 oder 65 Jahren. Bestehende Verträge können Sie oft bis zur Rente weiterführen. Je früher Sie abschließen, desto günstiger sind in der Regel die Beiträge und desto besser Ihr Gesundheitszustand für die Risikoprüfung.