Betriebliche Krankenversicherung: Was Sie wissen müssen

Gute Mitarbeiter zu finden und zu halten wird immer schwieriger. Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) ist ein Benefit, der wirklich ankommt – bei Ihren Mitarbeitern und bei Ihrer Steuererklärung. Die betriebliche Krankenversicherung ist eine freiwillige Zusatzleistung, die Sie als Arbeitgeber Ihren Mitarbeitern anbieten können. Sie ergänzt die gesetzliche oder private Krankenversicherung um wichtige Leistungen wie Zahnersatz, Sehhilfen oder Heilpraktiker-Behandlungen. Besonders relevant ist sie für Unternehmen, die im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte punkten wollen – vom Handwerksbetrieb bis zur IT-Firma.

Das Wichtigste auf einen Blick

Was ist in der betrieblichen Krankenzusatzversicherung versichert?

Die betriebliche Krankenversicherung bietet Ihren Mitarbeitern ein umfassendes Leistungspaket, das weit über die gesetzliche Krankenversicherung hinausgeht:

Gesundheitsbudget für freie Verwendung:

  • Flexibles Jahresbudget zwischen 300 und 1.500 Euro pro Mitarbeiter
  • Frei einsetzbar für Brillen, Kontaktlinsen, Heilpraktiker, Medikamente, Vorsorge oder Zahnarztleistungen
  • Besonderheit: Nicht genutztes Budget verdoppelt sich im Folgejahr – ideal für geplante größere Behandlungen

Zahngesundheit ohne Kompromisse:

  • Professionelle Zahnreinigung, hochwertiger Zahnersatz und Implantate
  • Je nach Tarif bis zu 100 Prozent Kostenerstattung (inklusive GKV-Leistungen)
  • Keine nervigen Sublimits – das volle Budget steht zur Verfügung

Sehhilfen und Augengesundheit:

  • Brillen und Kontaktlinsen mit 75 bis 100 Prozent Erstattung
  • Auch Sehschärfe-Operationen sind möglich
  • Keine Begrenzung durch Obergrenzen bei einzelnen Leistungen

Krankenhaus-Komfort:

  • Chefarztbehandlung und Zweibettzimmer bei stationären Aufenthalten
  • Wahlweise auch nur bei Unfällen versicherbar
  • Krankenhaus- und Krankentagegeld als Ergänzung buchbar

Gesundheitsservices für die ganze Familie: Das Besondere: Auch Familienangehörige Ihrer Mitarbeiter profitieren kostenlos von diesen Services:

  • Medizinische 24-Stunden-Hotline mit Fachärzten
  • Ärztliche Videosprechstunde – schnell und unkompliziert
  • Facharztvermittlung bei schwierigen Terminen
  • Psychologisches Coaching bei beruflichem Stress oder privaten Problemen
  • Pflege-Assistance für pflegende Angehörige
  • Allianz Gesundheits-App für digitale Verwaltung aller Leistungen
  • Online-Fitnessprogramme und Präventionsangebote

Auslandsreise-Krankenversicherung:

  • Weltweiter Schutz für Geschäftsreisen und Urlaub
  • Inklusive medizinischem Rücktransport
  • Gültig für Reisen bis zu acht Wochen

Was ist in der bKV NICHT versichert?

Hier sollten Sie und Ihre Mitarbeiter realistische Erwartungen haben:

  • Keine Ersatz-Krankenversicherung: Die bKV ergänzt die normale Krankenversicherung, ersetzt sie aber nicht. Die Grundversorgung läuft weiterhin über die gesetzliche oder private Krankenversicherung
  • Kieferorthopädie eingeschränkt: Kieferorthopädische Behandlungen sind in der Regel nur nach Unfällen oder bei schweren Erkrankungen versichert – planbare Zahnspangen für Kinder fallen meist nicht darunter

Das Gute: Anders als bei privaten Zusatzversicherungen gibt es keine Gesundheitsprüfung, keine Wartezeiten und selbst Vorerkrankungen sind vom ersten Tag an mitversichert.

Wer profitiert von einer Gruppen Krankenversicherung?

Die betriebliche Krankenversicherung macht besonders Sinn für:

  • Unternehmen mit Fachkräftemangel: IT-Firmen, Handwerksbetriebe, Pflegedienste – überall dort, wo gute Leute rar sind
  • Mittelständler im Wettbewerb: Sie können mit Großkonzernen bei der Vergütung nicht mithalten? Hier gleichen Sie aus
  • Betriebe mit vielen gesetzlich Versicherten: Ihre Mitarbeiter profitieren am meisten, da sie viele Leistungen sonst selbst zahlen müssten
  • Arbeitgeber mit langfristiger Perspektive: Sie investieren in Mitarbeiterbindung und senken gleichzeitig Krankheitsausfälle
  • Kleine und mittlere Unternehmen: Die bKV ist bereits ab fünf Mitarbeitern möglich

Weniger relevant ist die bKV, wenn Sie ausschließlich Aushilfen oder Minijobber beschäftigen, die häufig wechseln.

Worauf Sie bei einer arbeitsgeberfinanzierten Krankenversicherung achten sollten?

Bei der Auswahl der richtigen betrieblichen Krankenversicherung sind diese Punkte entscheidend:

  • Ohne Gesundheitsprüfung: Achten Sie auf Tarife ohne individuelle Gesundheitsprüfung. Das vereinfacht die Verwaltung enorm und niemand wird ausgeschlossen
  • Keine Wartezeiten: Gute Tarife haben keine Wartezeiten. Ihre Mitarbeiter sollen sofort profitieren – auch bei laufenden Behandlungen
  • Steuerliche Behandlung: Beiträge bis 50 Euro pro Monat und Mitarbeiter sind für Sie als Arbeitgeber steuer- und sozialabgabenfrei – das sollte der Tarif berücksichtigen
  • Familieneinschluss möglich: Prüfen Sie, ob Familienangehörige optional mitversichert werden können – das erhöht die Attraktivität deutlich

Praxisbeispiel: Schreinerei Weber aus Haibach

Thomas Wagner führt eine Schreinerei mit 12 Mitarbeitern. Sein Problem: Gute Schreinergesellen finden andere Jobs attraktiver. Seine Lösung: eine betriebliche Krankenversicherung mit einem Jahresbudget von 600 Euro pro Mitarbeiter. Kosten: 45 Euro pro Mitarbeiter monatlich, komplett steuerfrei. Als Schreinergeselle Marc sich nach einem Jahr den lange aufgeschobenen Zahnersatz leisten konnte – die bKV übernahm 2.400 Euro – war er begeistert. Auch die kostenlose 24-Stunden-Hotline nutzt das Team regelmäßig für schnelle medizinische Fragen. Mittlerweile nehmen 10 von 12 Mitarbeitern ihre Zusatzleistungen aktiv in Anspruch. Die Fluktuation? Auf null gesunken. Thomas‘ Fazit: „Beste Investition seit Jahren. Das Team fühlt sich wertgeschätzt, und ich spare auch noch Steuern.“

Ihre maßgeschneiderte betriebliche Krankenversicherung

Sie möchten Ihre Mitarbeiter mit einer betrieblichen Krankenversicherung begeistern? Wir finden den Tarif, der zu Ihrem Unternehmen und Ihrem Team passt. In einem persönlichen Gespräch klären wir, welche Bausteine wirklich Sinn machen und wie Sie steuerlich optimal profitieren. Unverbindlich und verständlich – wie unter Freunden eben.

Häufige Fragen zur betrieblichen Krankenversicherung

Sie können frei entscheiden, welchen Mitarbeitergruppen Sie die betriebliche Krankenversicherung anbieten – zum Beispiel nur Vollzeitbeschäftigten oder ab einer bestimmten Betriebszugehörigkeit. Wichtig ist nur: Innerhalb einer Gruppe dürfen Sie niemanden benachteiligen. Die Spielregeln sollten für alle gleich sein.

Die Beiträge variieren je nach Leistungsumfang zwischen 20 und 80 Euro pro Mitarbeiter monatlich. Der Sweet Spot liegt bei etwa 40 bis 50 Euro – hier bekommen Sie viel Leistung fürs Geld und bleiben unter der steuerfreien Grenze. Bei 10 Mitarbeitern rechnen Sie also mit 400 bis 500 Euro monatlich, die Ihnen aber Steuern und Sozialabgaben sparen.

Normalerweise endet die betriebliche Krankenversicherung mit dem Arbeitsverhältnis. Manche Tarife bieten aber eine Fortführungsoption, bei der der Ex-Mitarbeiter den Vertrag privat weiterlaufen lassen kann – meist zu höheren Beiträgen. Das ist eine nette Zusatzleistung, sollte aber nicht das Hauptargument sein.

Das ist das Schöne an Gruppentarifen ohne Gesundheitsprüfung: Jeder ist versichert, unabhängig von Alter oder Gesundheitszustand. Die Beiträge bleiben für alle gleich. Anders als bei privaten Zusatzversicherungen gibt es keine Risikozuschläge oder Ablehnungen wegen Vorerkrankungen.

Ja, und das ist einer der größten Vorteile: Beiträge bis 50 Euro pro Monat und Mitarbeiter sind für Sie als Arbeitgeber komplett steuer- und sozialabgabenfrei. Sie sparen also rund 20 Prozent gegenüber einer Gehaltserhöhung. Für Ihre Mitarbeiter ist die Leistung ebenfalls steuerfrei – eine Win-win-Situation.

Bei modernen bKV-Tarifen greift der Schutz sofort ohne Wartezeiten. Sogar bereits laufende und angeratene Behandlungen sind vom ersten Tag an mitversichert. Ihre Mitarbeiter können also unmittelbar von den Leistungen profitieren – und Sie punkten als Arbeitgeber sofort.