Betriebliche Gruppenunfallversicherung: Was Sie wissen müssen

Sie möchten Ihre Mitarbeiter auch außerhalb der Arbeitszeit absichern? Die betriebliche Gruppenunfallversicherung schützt Ihr Team 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche – weltweit. Anders als die gesetzliche Unfallversicherung greift sie auch beim Sport, im Urlaub oder zu Hause. Besonders für Unternehmer, die ihre Mitarbeiter wertschätzen und als Arbeitgeber attraktiv bleiben wollen, ist diese Versicherung ein smartes Instrument. Sie zeigen Fürsorge, ohne dass Ihre Mitarbeiter dafür zahlen müssen.

Das Wichtigste auf einen Blick

Welche Leistungen sind in der Firmenunfallversicherung versicherbar?

Die betriebliche Gruppenunfallversicherung springt bei Unfällen ein – egal wo und wann diese passieren:

  • Invaliditätsleistung: Wenn ein Mitarbeiter durch einen Unfall dauerhaft beeinträchtigt ist, zahlt die Versicherung eine einmalige Summe. Beispiel: Ihr Lagerarbeiter verliert bei einem Motorradunfall am Wochenende zwei Finger und kann nicht mehr schwer heben.
  • Todesfallschutz: Im schlimmsten Fall erhalten die Hinterbliebenen eine vereinbarte Summe, die hilft, die erste Zeit finanziell zu überbrücken.
  • Unfallrente: Bei schweren Unfällen gibt es optional eine monatliche Rente, die das reduzierte Einkommen ausgleicht.
  • Bergungskosten: Ob Helikopter-Rettung in den Alpen oder Rücktransport aus dem Ausland – auch diese teuren Kosten sind abgedeckt.
  • Kosmetische Operationen: Nach entstellenden Unfallverletzungen übernimmt die Versicherung die Kosten für wiederherstellende Eingriffe.

Was ist NICHT in der betrieblichen Unfallversicherung versichert?

Hier gibt es ein paar wichtige Ausschlüsse, die Sie kennen sollten:

  • Vorsätzliche Unfälle und Selbstverletzung: Wer sich absichtlich verletzt, erhält keine Leistung.
  • Gesundheitsschäden durch Krankheit: Die Versicherung zahlt nur bei Unfällen, nicht bei Herzinfarkten, Schlaganfällen oder anderen Erkrankungen – auch wenn diese während der Arbeit auftreten.
  • Bestimmte Extremsportarten: Je nach Tarif sind Fallschirmspringen, Tauchen oder Motorsport ausgeschlossen oder benötigen einen Zuschlag.

Wer braucht eine Unternehmensunfallversicherung?

Die betriebliche Gruppenunfallversicherung ist besonders relevant für:

  • Handwerksbetriebe: Schreiner, Elektriker, Dachdecker – überall wo körperlich gearbeitet wird, ist das Unfallrisiko höher.
  • Produktionsbetriebe: Wenn Ihre Mitarbeiter an Maschinen arbeiten, ist zusätzlicher Schutz Gold wert.
  • Dienstleister mit Kundenkontakt: Auch im Büro passieren Unfälle – und die gesetzliche Unfallversicherung zahlt nicht beim Treppensturz zu Hause.
  • **Unternehmen im „War for Talents“: Als Zusatzleistung ohne Eigenanteil für Mitarbeiter punkten Sie im Wettbewerb um Fachkräfte.

Weniger relevant ist die Versicherung, wenn Sie ausschließlich Minijobber beschäftigen oder Ihr Team bereits privat sehr gut abgesichert ist.

Worauf sollten Sie bei einer arbeitgeberfinanzierten Unfallversicherung achten?

Bei der Auswahl einer guten betrieblichen Gruppenunfallversicherung kommt es auf diese Punkte an:

  • Hohe Versicherungssumme: 100.000 Euro sollten es mindestens sein, besser 200.000 Euro oder mehr. Bei schweren Unfällen reichen niedrige Summen nicht aus.
  • Progressive Staffelung: Je höher der Invaliditätsgrad, desto überproportional mehr zahlt die Versicherung. Eine 500%ige Progression ist empfehlenswert.
  • Weltweiter Schutz rund um die Uhr: Achten Sie darauf, dass der Schutz nicht auf Arbeitszeiten oder bestimmte Länder begrenzt ist.
  • Verzicht auf Gesundheitsfragen: Bei Gruppenverträgen ab einer gewissen Mitarbeiterzahl verzichten viele Versicherer auf Gesundheitsprüfungen – das erleichtert den Einstieg für alle.

Praxisbeispiel: Schreinerei Weber aus Großostheim

Thomas Weber führt eine Schreinerei mit 12 Mitarbeitern. Als sein bester Schreiner, Markus, beim Mountainbiken im Spessart stürzt und sich komplizierte Brüche an der rechten Hand zuzieht, ist zunächst unklar, ob er jemals wieder seine filigrane Arbeit ausführen kann. Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt nicht – der Unfall war privat. Zum Glück hatte Thomas vor zwei Jahren eine betriebliche Gruppenunfallversicherung abgeschlossen. Nach der ärztlichen Begutachtung wird eine Invalidität von 35% festgestellt. Dank der 500%igen Progression erhält Markus eine Einmalzahlung von über 100.000 Euro. Das Geld nutzt er für Umschulungsmaßnahmen und die Überbrücung der schwierigen Monate. Thomas ist froh, dass er seinem Mitarbeiter in dieser Situation helfen konnte.

Ihre maßgeschneiderte betriebliche Gruppenunfallversicherung

Sie möchten Ihren Mitarbeitern echten Mehrwert bieten und gleichzeitig als Arbeitgeber punkten? Wir beraten Sie unverbindlich und finden den Tarif, der zu Ihrer Branche und Ihrem Team passt. Als Versicherungsmakler vergleichen wir die Angebote verschiedener Versicherer und achten darauf, dass Sie optimale Leistungen zum fairen Preis erhalten. Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns – wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen.

Häufige Fragen zur betrieblichen Gruppenunfallversicherung

Nein, die betriebliche Gruppenunfallversicherung ist freiwillig. Pflicht ist nur die gesetzliche Unfallversicherung über die Berufsgenossenschaft, die aber ausschließlich Arbeitsunfälle und Wegeunfälle abdeckt. Die betriebliche Gruppenunfallversicherung ist eine sinnvolle Ergänzung, die Sie Ihren Mitarbeitern als freiwillige Zusatzleistung anbieten.

Die Kosten hängen von der Branche, der Mitarbeiterzahl und den gewünschten Leistungen ab. Als Richtwert können Sie mit etwa 100 bis 300 Euro pro Mitarbeiter und Jahr rechnen. Bürojobs sind günstiger, Handwerksberufe teurer. Wichtig: Sie als Arbeitgeber zahlen die Beiträge, Ihre Mitarbeiter profitieren kostenlos vom Schutz.

Ja, in den meisten Gruppenverträgen sind alle Mitarbeiter versichert – unabhängig davon, ob sie Vollzeit, Teilzeit oder als Aushilfe arbeiten. Sie können auch Auszubildende einschließen. Das macht die Verwaltung einfach und jeder im Team ist gleich gut geschützt.

Als Unternehmen können Sie die Beiträge als Betriebsausgaben steuerlich geltend machen. Für Ihre Mitarbeiter ist die Versicherung ein geldwerter Vorteil, der allerdings in der Regel pauschal versteuert werden kann. Das macht die Versicherung steuerlich attraktiv – sowohl für Sie als auch für Ihr Team.

Der Versicherungsschutz beginnt in der Regel ab dem vereinbarten Startdatum, meist zum Ersten des Folgemonats nach Vertragsabschluss. Alle zu diesem Zeitpunkt beschäftigten Mitarbeiter sind dann sofort versichert. Neue Mitarbeiter, die später eingestellt werden, sind automatisch ab ihrem ersten Arbeitstag mitversichert.

Wenn ein Mitarbeiter kündigt oder aus anderen Gründen ausscheidet, endet der Versicherungsschutz mit dem letzten Arbeitstag. Viele Tarife bieten aber die Möglichkeit, dass ausscheidende Mitarbeiter die Versicherung privat weiterführen können – ohne erneute Gesundheitsprüfung. Das ist ein schöner Service, den Ihre Ex-Mitarbeiter zu schätzen wissen.